„Vielleicht wachsen wir ja über uns hinaus und können die Vilsbiburgerinnen ein bisschen ärgern!“ hatte der Markkleeberger Chefcoach Tim Reichenbach vor dem Spiel gesagt. Und genau das gelang seinem Team zumindest in Satz 1 lange Zeit.

Man rieb sich im Stream doch sehr verwundert die Augen über das, was man da zu Beginn zu sehen bekam, denn bis etwa zur Satzmitte waren die Gäste dem Gastgeber zumindest optisch überlegen, denn der fand überhaupt nicht ins Spiel. Erst eine offenbar sehr deutliche „Ansprache“ des Vilsbiburger Trainers (beim 11:15) rüttelte sein Team wach, denn jetzt wendete sich langsam das Blatt. Ab dem 17:17-Ausgleich bog der Satz in Richtung der Gastgeberinnen ab, die ihn nach umkämpften 24 Minuten 25:19 doch noch für sich entschieden. Der Satz 2 verlief dann in etwa so, wie man es eigentlich erwarten musste, und war nach 18 Minuten mit 25: 13 für die Raben recht schnell vorbei. Der Satz 3 begann ähnlich überlegen von Seiten der Vilsbiburgerinnen, doch die Markkleeberger Mädels kämpften sich ab der Satzmitte nochmal zurück und lieferten sich mit den Gastgeberinnen erneut ein paar tolle Ballwechsel. So dauerte der Satz fast genau so lange wie der erste und endete mit demselben Ergebnis (23 Minuten/23:19). Die (irgendwie ja schon zu erwartende) drei-Punkte-Niederlage konnten die Markkleeberger Volleys also nicht verhindern, doch ihr Auftritt konnte sich zumeist sehen lassen.

Sie selbst kommentierten nach dem Spiel : „Das war phasenweise stark, aber Vilsbiburg war eine Liga besser. Den heutigen Tag haken wir ab und richten die Augen auf das kommende Heimspiel gegen Berlin, denn da zählt es !“. Die Gastgeberinnen sprachen von einem letztlich verdienten „Arbeitssieg“.

Aus Markkleeberger Trainersicht ergab sich folgendes relativierende Fazit des Spiels : „Das Auswärtsspiel gegen Vilsbiburg stand leider unter nicht optimalen Vorzeichen. Einige Spielerinnen mussten in der Trainingswoche gesundheitsbedingt pausieren und mit Franzi und Nele haben zwei Stammkräfte auch am Wochenende noch gefehlt. Hinzu kamen die widrigen Wetterbedingungen bei der Anreise. Umso schöner war es, dass das Team beherzt in den ersten Satz gestartet ist und es mit viel Mut geschafft hat, Vilsbiburg zu überrumpeln. Wir haben uns wie immer gut auf den Gegner vorbereitet und konnten die Leistung bis zum 18:18 im ersten Satz auch ganz gut halten. Umso ärgerlicher ist es, dass wir erneut in der Crunchtime den Faden verloren haben und, wie dann auch im weiteren Verlauf des Spiels, oftmals wieder an uns selbst gescheitert sind. Natürlich hat gegen diesen Gegner niemand einen großen Erfolg erwartet, aber gerade im ersten Satz zeigte das Team mal wieder, was in ihm steckt. Wie schön wäre es gewesen. diese tolle Leistungsentwicklung durch einen Satzgewinn zu bestätigen.“.